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Liebe Gemeinde!

Ein Fest für´s Geschäft! So ist der Titel eines Kataloges, der Deko- und Werbematerialien für Geschäftsleute anbietet. Ein Fest für´s Geschäft – also, das lädt ja gerade dazu ein, den Konsum zum Weihnachtsfest anzuprangern. Ist es das, was dabei herausgekommen ist in unserem gepriesenen christlichen Abendland? Geht es nur um´s Anpreisen einer Ware und nicht um das Preisen Gottes? So vieles wird uns angepriesen, womit wir unseren Lieben eine Freude machen sollen. Da bleiben Bescheidenheit und Christuskind auf der Strecke. Aber die Kritik am Konsum ist auch schon ein abgewetztes Thema – alle Jahre wieder mahnen die ernsten Christen: Ersetzt der Konsum das wahre Weihnachtsfest? Aber wäre ohne den Konsum das Weihnachtsfest nur noch die Feier einiger weniger „Superchristen“. Würden ohne den ganzen Rummel um das Weihnachtsfest, ohne Weihnachtsmärkte und große Tannenbäume, ohne Werbung für Familienzusammen-künfte bei leckerem Essen, ohne die Verlockung beschenkt zu werden und anderen eine Freude machen zu können, die Menschen noch so zahlreich in die Gottesdienste am Heiligabend strömen? Ich weiß es nicht. Vielleicht ja, vielleicht auch nein. Dadurch, das Weihnachten noch so hoch gehandelt wird, vergeht das Fest immerhin nicht sang und klanglos. Und es gibt, Gott sei Dank, doch noch viele Menschen, die zumindest am Heiligabend die Geschichte hören wollen, die da geschehen ist. Die Botschaft, dass Gott zu den Menschen kommt, um sie mit seiner Liebe zu beschenken. Kleine Kinder zeigen im Krippenspiel, was sie wirklich sind: Engel, Boten Gottes, die uns fähig machen, von uns selbst abzusehen und über das Wunder des Lebens zu staunen. Wieviele  Eltern gäben ihr Leben für ihre  Kinder! Zu Weihnachten geht  es genau um dies: Hingabe.  Hingebungsvoll liebt Gott  diese Welt und will nicht von  ihr lassen.  Das Kleine und  Zerbrechliche steht für einen  Abend im Zentrum und pre digt uns von Gottes Wegen.  Sicher, das Fest der Liebe ist nicht ohne Ecken und Kanten und nicht ohne Widersprüche - so wie unser ganzes Leben. Aber immerhin: In der Weihnachtszeit öffnen sich mehr als sonst die Geldbörsen für Bedürftige, wie die verschiedenen Spendenaktionen zeigen; es gibt Veranstaltungen, bei denen Einsame zusammengerufen werden, um den Abend miteinander zu verbringen. Wir verschicken Grüße und danken Geschäftskunden und Mitarbeitenden für die Zusammenarbeit. Wir haben zumindest eine Ahnung von dem, was wir eigentlich jeden Tag tun sollten! Unser Konsum ist fraglich - ja, aber das ist er auch an den anderen 364 Tagen im Jahr. Ein Jahr haben wir Zeit, etwas zu verändern, an unserer Gleichgültigkeit gegenüber den Nöten dieser Welt, an den Ungerechtigkeiten, an unserer Gedankenlosigkeit. 364 Tage können wir daran denken, dass die Familie, das Leben, kostbar ist, überall auf der Welt. Das Fest der Weihnacht mag jeder feiern, wie er will und was er dazu braucht, um den Glanz der Geburt des Herrn wieder zu spiegeln. Und wo es einem zu viel des Guten wird, ist jeder frei, es anders zu machen – das kann man planen, 364 Tage im Jahr! Eine von Freude erfüllte Weihnachtszeit und ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen und Euch Ihre /  Eure Pastorin Bettina Sender