Willkommen auf der Website der Kirchengemeinde Toestrup!

Liebe Gemeinde,

Und das war‘s dann wieder…. Der Sommer ging zur Neige - man kann auch sagen, er hat sich teilweise geschmeidig an uns „vorbei geschlichen“. Zumindest war Ferienzeit - für viele Urlaub mit der Familie - mancher hat auch die kühleren Tage genutzt, um möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen – beim Frühstück angefangen, über die Arbeit an Haus und Garten bis zum wärmenden Feuer am Abend. Jetzt noch ein paar schöne Herbsttage - das wäre toll! Ein Erntefeuer vielleicht und dann mutig hinein in die dunkleren Tage. So vieles was wartet. Familie, Beruf, Ehrenamt... ein Wort aus dem September, der Monatsspruch, geht mir nach auf dem Weg: „Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“ Gerade schon wieder voll auf dem Sprung , halte ich inne. Außer Kraft gesetzt das Wort: „Der frühe Vogel pickt den Wurm“ oder andere Lebens- und Volksweisheiten dieser Art, die dazu geeignet sind, einen Drang des Vorwärtsstrebens und Eiferns in Menschen frei zu setzen. Hier gelten offensichtlich nicht nur andere Regeln, sondern hier spricht eine andere Erfahrung, die mehr als die Volksweisheiten vielleicht davon zu sagen weiß, dass es im Leben nicht immer einen Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen gibt, sondern dass manches überraschend, manchmal auch irritierend anders läuft, als wir das vorausgeplant haben. In unsere Lebensberechnungen versuchen wir schon einige Unwegbarkeiten einzurechnen und vorausschauend zu   planen gilt als Tugend. Verpönt      der, der „von der Hand in den Mund“ lebt, also sich keine Gedanken macht, wie   e s z.B. mal mit seinem Alter    aussehen wird. Aber auch die, die scheinbar alles im Griff haben, werden manchmal von Dingen des Lebens eingeholt, die nur schwer „einzuplanen“ waren. Eben   noch ganz vorn mit im Geschäft – auf einmal abgehängt. Auch andersherum gibt es solche Überraschungen. Der Monatsspruch für den September drückte es mit „Ersten“ und „Letzten“ aus. Für die Ersten mag es enttäuschend sein, dieses Wort. Kurz vor einem sicheren Sieg noch abgeschlagen zu sein und einen Rang ganz hinten zu belegen, ist deprimierend, wenn man sehr auf den Sieg hin gearbeitet , vollen Einsatz gegeben hat und der Triumph und Lohn schon zum Greifen nah war. Für die Letzten scheint es viel attraktiver zu sein, die Rolle mit den Ersten zu tauschen und unverhofft als Erste das Ziel zu erreichen, was auch immer das sein mag. Nun kommt es natürlich immer auf die Situation an. Wenn ich als Erste vor dem Abgrund stehe, würde ich vielleicht ganz gerne tauschen mit den hinteren Rängen. Was auch immer wir für Phantasien und Szenen da in unserem Kopf durchgehen und ob wir eine solch mögliche Verkehrung nun für gerecht halten oder nicht: Fakt ist, dass das passiert. Dinge nehmen überraschende Wendungen. Eben noch Herr meines Lebens, kann ich schon morgen die Kontrolle verlieren. Was eben noch sicher war, entpuppt sich über Nacht zum Hort der Ungewissheit. So ist das. Und die Moral von der Geschicht‘? Einsatz lohnt sich nicht? Treiben lassen! Oder vielleicht: sich bewusst machen, das wir nicht alles „machen“ – dass es wichtig ist, das Unplanbare im Sinn zu haben. Das kann mich entlasten – denn ich bin es nicht allein, die für mein Schicksal verantwortlich ist. Das entlastet und schafft Freiraum für etwas, das man lernen kann: Gelassenheit. Die Quelle der Gelassenheit ist dabei meiner Meinung nach nicht die Gleichgültigkeit, sondern das Vertrauen, dass, egal welche Wendung mein Leben nimmt, Gott mich wahrnimmt und aufnimmt. Ob als Erste oder Letzte. Wildes Abstrampeln kann ich mir im wahrsten Sinne des Wortes „getrost“schenken, denn Gott tröstet mich durch den, der die Menschen nicht nach ihrem Erfolg und Rang beurteilt und schon gar nicht verurteilt hat, sondern mit heilender Gelassenheit und dem Band der Liebe aus Einsamkeit Gemeinschaft erwachsen ließ, aus Krankheit Dankbarkeit, aus dem Tod das Leben. Und wenn ich nun nach den Sommertagen mit neuem Elan an meinem Lebensmuster stricke, ist es vielleicht mit einem Lächeln im Gesicht auch dieses Strickmuster, das scherzeshalber manchmal so benannt wird: eine rechts, eine links, eine fallen lassen. Im Vertrauen darauf, dass Gott die Fäden aufnimmt, die ich habe getrost in seine Hände fallen lassen. Das Ergebnis steht für mich fest: Erreicht eine oder einer vor mir das Reich Gottes, so sei es ihm oder ihr herzlich gegönnt! Sind es doch Schwestern und Brüder, die mir vorauseilen und mich dereinst Willkommen heißen! Ich lade Sie ein, dass wir in diesem Vertrauen auf das Jahr hinter uns und vor uns blicken und Gott gemeinsam danken, für das, was er auch durch uns „gemacht“ hat und was er ganz ohne uns schafft! Eine gesegnete Zeit!                              

P.S. Unser Frauenchor nimmt an dem Sängerwettbewerb der Nordkirche teil. Bitte stimmen Sie unter a.cstmapp.com/voteme/18129/620682368 oder www.singmetoheaven.de/voting für ein gutes Ergebnis ab.