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Liebe Gemeinde

Das Stichwort Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Nach vielen Jahren, in denen Menschen genommen haben, was zu kriegen und gemacht haben, was machbar war, entsteht bei manchen das Bewusstsein, dass das nicht unbedingt Sinn macht. Wir verbrauchen oftmals Ressourcen, ohne uns über die Endlichkeit dieser bewusst zu sein. Wir nutzen diese Welt und sägen dabei manchmal den Ast ab, auf dem wir selber sitzen. Wir Menschen zerstören Landschaften aus Gründen, die uns einen momentanen Vorteil verschaffen, aber langfristig und global enorme Risiken bergen und Probleme schaffen. Wir betreiben eine Politik, die einem gewissen Wählerspektrum nach dem Mund redet aber ein Feuer schürt, dass die Grundfesten unserer Demokratie und Gesellschaft untergraben. Aber es bleibt nicht nur bei den anderen und dem großen Ganzen die Frage der Nachhaltigkeit. Auch für mein eigenes Leben stellt sich die Frage: Was ist wirklich das, was Sinn für mein Leben macht; was tut mir gut. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele.“ Die Seele – was ist das eigentlich? Die Schöpfungsgeschichte der Bibel erzählt davon, dass Gott dem Menschen den Odem des Lebens einhaucht. Ist das die Seele? Das göttliche Leben in mir? Das Leben überhaupt, dass den Körper erst erfüllen muss. Viele Fragen lassen sich damit verbinden. Jetzt und hier, in dem Wort Jesu steht auf jeden Fall fest: Die Seele kann Schaden nehmen. Der Zusammenhang macht deutlich, dass es Jesus nicht um das äußerliche, vordergründige Wohl des Menschen geht. Satt und sauber sein ist so für uns zwar wichtig, aber das allein reicht nicht aus. Auch unsere Seele braucht Pflege. Menschen müssen angesprochen, geliebt, angeregt werden, damit man ihre Existenz mit Leben bezeichnen kann. Was erst mal einträglich, lukrativ, erstrebenswert aussieht, etwas ist, für das ich mich krumm machen will, kann doch langfristig ein Schuss in den Ofen sein, oder sich für mich oder andere nicht als Gewinn, sondern als Last oder Nachteil herausstellen. Was hilft es, wenn ich immer nur arbeite und das „Leben“, geteilte Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind, das, was ich wirklich machen möchte, auf später verschiebe und dann ist auf einmal die Zeit abgelaufen. Was nützt es mir, dass ich viel Geld verdiene, um mir Dinge kaufen zu können, die mir Arbeit abnehmen, wenn ich unglaublich viel arbeiten muss, um mir das leisten zu können. Was bringt es, wenn ich mir die Zeit vertreibe und sie nicht nutze, um zu leben, nur weil irgendwer mich dazu bringen will, Serien zu gucken oder sonst etwas zu konsumieren. Was nützt es, wenn ich mich jetzt verbiegen lasse und nicht meinen Überzeugungen folge, um einen guten Posten zu behalten oder nicht anzuecken, mich dabei aber immer weiter von mir selbst entferne. Im Kleinen, wie im Großen, in meinem eigenen Leben und auch in den globalen Strukturen unserer Welt bleibt es wichtig zu prüfen, was welchen Einsatz wert ist, wer mich oder andere nur benutzt, ohne wirklichem Leben zu dienen und wo weniger vielleicht mehr ist – mehr Zeit für liebevolle Begegnung, fürsorgliches Handeln, stilles Staunen, fröhliches Genießen und dankbares Lachen. Gott behüte Ihre Seele!

Es grüßt Sie Ihre Pastorin Bettina Sender