Willkommen auf der Website der Kirchengemeinde Toestrup!

Liebe Gemeinde,

Bleiben Sie in Bewegung! Das ist nicht ein Aufruf, einen Vertrag im Fitnessstudio abzuschließen oder sich neue Laufschuhe zu besorgen, sondern das ist die Pfingstbotschaft, die aus Erstarrung und Selbstgenügsamkeit herausruft und zu Anteilnahme und Begeisterung herausfordert. Feuer und Flamme sein und das Wehen des Geistes, wie ein Rauschen und die Verständigung in aller Herren -Länder -Sprachen – das sind die Zeichen, die zu Pfingsten geschehen. So erzählt die Apostelgeschichte. Nach einer Zeit des „wie erstarrt sein“, nach Trauer und nach ungläubigem Staunen über die Gegenwart Jesu nach seinem Tod, geht es nun darum, dauerhaft in Bewegung zu kommen. Und das Ziel der Bewegung ist deutlich: es geht um das Aufeinanderzugehen. War es die Unfähigkeit zusammenzuwirken, die durch die Sprachverwirrung nach dem Turmbau zu Babel ein Miteinander unmöglich machte, so ist es jetzt die Fähigkeit jedermann zu verstehen und in fremden Sprachen zu sprechen, die einen Neuanfang ermöglicht – erzählt die Pfingstgeschichte.

Die Sprachbarriere wird als ein wesentlicher Punkt in der Begegnung mit Menschen genannt, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen. Und als wesentlicher Punkt der Integration wird das Erlernen unserer Sprache gefordert, wenn auch immer noch nicht genug gefördert. Ohne Verständigung kein Verständnis. Verständnis der Kultur, der Spielregeln, der Werte. Aber man muss wohl auch sagen: ohne Verständnis keine Verständigung. Zu Pfingsten geht es darum, dass alle die anderen in ihrer Sprache sprechen hören. Das kann man und hat man vielfältig gedeutet, was da passierte in Jerusalem. In einer Zeit, in der Migration, also Bewegung, ein so großes Thema ist, wie heute bei uns , sollte uns wohl klar werden, dass es um ein aufeinander -zu -bewegen geht und nicht darum, dass einige feist still stehen und mal schauen, wie die anderen sich bewegen. Diese Welt ist immer in Bewegung gewesen. Migration ist Leben. Völker sind aufeinander zu und über einander weg gezogen. Jede Körperzelle ist in Bewegung, der ganze Kosmos ist stets in Bewegung. Nun kann uns Bewegung manchmal erschrecken – weil wir nicht wissen,wo die Reise hingeht. Wir hören von berühmten Wissenschaftlern, dass wir die Erde bald verlassen müssen, wir hören von der Ausdehnung des Universums, bis es kollabiert, wir hören von Menschen, die ihre Heimat verlassen und andere Kultur mit sich tragen, die uns verändern könnte. Und zu Pfingsten hören wir davon, dass Menschen außer Rand und Band geraten, als wären sie betrunken. Migration – Bewegung! Unser wunderschönes Land ist auch aus Bewegung so gewachsen, wie es heute ist. Und es wird unter Garantie nicht einfach für die nächsten Jahrtausende genau so bleiben. Es gibt auch durchaus Bereiche, in denen das wünschenswert ist. Und um das, was wir für wunderbar und erhaltenswert halten, werden wir uns bemühen müssen – auch dazu müssen wir uns bewegen. Für mich ist die Pfingstbotschaft eine Ermutigung: Erstens, dass Bewegung von Gott gewollt ist . Zweitens, dass Bewegung immer Bewegung aufeinander zu sein kann und Drittens: Dass wir uns miteinander auf den Gott zu bewegen, der uns immer schon entgegen kommt!

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen
Ihre Pastorin Bettina Sender