Willkommen auf der Website der Kirchengemeinde Toestrup!

Liebe Gemeinde,

so ist der Sommer nun wieder zuende - und dankbar schauen wir auf die sonnigen Tage zurück. Es war Zeit für die Ernte des Jahres; was Scheunen und Keller füllt, will als gute Gabe empfangen werden, auch wenn es manche Sorge gab, ob es trotz der Trockenheit genug Energie für´s Wachstum gibt. Wir haben empfangen, geerntet, nicht nur das, was durch den Magen geht, sondern viele Momente der Wärme, der Gemeinschaft - Momente des Lebens, die uns reich machen. Das Erntedankfest lädt uns dazu ein, dies alles miteinander zu bedenken und zu feiern.

 

Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht.

Liebe Sonne, liebe Erde, euer nie vergessen werde.

Wir haben volle Teller und voll sind Scheune und Keller, wir leiden keine Not.

Gesichert ist das Brot, die Äpfel sind knallrot und auch der süße Wein lief rein in Fass hinein.

Die Ernt‘ ist geborgen, wir haben keine Sorgen,

drum sei heut Dank gebracht, Sonne, die es reif gemacht.

Liebe Sonne, liebe Erde, euer nie vergessen werde. (Christian Morgenstern)

Wir leben tatsächlich in relativer Sicherheit. Nicht, dass es bei uns keine Probleme gäbe oder Herausforderungen. Aber verglichen mit manchen Orten und vielen Menschen dieser Welt, dürfen wir uns der täglichen Mahlzeiten gewiss sein und haben in der Regel auch ein Dach über dem Kopf, dass uns Schutz gewährt. Gerade in Vorbereitung der Reise nach Tansania ist das etwas, was mich dankbar sein lässt, wohl wissend, dass es genug Menschen gibt, die in Unsicherheit leben oder gar schutzlos den Wogen des Lebens ausgesetzt sind. Das Danken, auch das gemeinsame danken, ist nach meinem Empfinden eine wichtige Übung. Diese Übung soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch unsere Sorgen haben, aber sie kann dem, was uns vielleicht sorgt und woran wir leiden etwas Positives entgegenstellen und eine Haltung befördern, die uns Kraft gibt und ermutigt. „Liebe Sonne, liebe Erde“, so spricht Christian Morgenstern in seinem Gedicht die Natur an, um ihr zu danken. Und doch sind auch sie nur von Gott dazu bestellt, diese Gaben hervorzubringen, von denen wir leben. Was für eine wunderbare Ordnung, die Leben möglich macht und erhält. Was für eine wunderbare Kraft, die hinter allem steckt, was wir sehen, fühlen, riechen, hören und schmecken können. Mit dem Wohlgeruch und -geschmack des Herbstes gehen wir in die dunkleren Tage, miteinander dankend, hoffend, erzählend von den kleinen und großen Wundern in unserem Leben.

Herzlich grüßt Sie Ihre Pastorin Bettina Sender