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Liebe Gemeinde

wieder haben wir einen Jahreslauf fast vollendet. Einiges in diesem Jahr haben wir direkt oder indirekt miteinander geteilt, miteinander gestaltet. Lachen und Weinen, Erfolg und Enttäuschung. Auch beim Erntedankfest haben wir bedacht, was alles dadurch möglich wird, dass wir zusammentragen, was wir haben und so miteinander genährt werden durch all das, was Gott uns schenkt. Wir haben die Farben des Regenbogens in Form von Schleifen durch die Kirche gespannt und Gaben an den Altar gebracht – miteinander. Manchmal ist man ja von seinen eigenen Gedanken und Ideen so gepackt, dass man anderes aus dem Blick verliert. So habe ich es versäumt, im Erntedankgottesdienst die besondere Situation unserer Landwirte, die durch die neuen gesetzlichen Verordnungen gegeben ist, im Blick zu haben und die Not, die sich daraus ergibt und sich jetzt in den vergangenen Wochen in Protesten Bahn gebrochen hat. Das tut mir Leid! Unsere Landwirte haben selbstverständlich unseren Dank verdient für ihren unentwegten Einsatz! Ohne die Landwirte würde niemand unser Land pflegen – Bauernhand pflegt grünes Land – dieser Spruch ist aus der Öffentlichkeit und unserem Bewusstsein fast verschwunden. Dabei braucht es für diesen Beruf  so viel Leidenschaft und Energie. „Es geht durch unsere Hände, kommt aber her von Gott“, so haben wir auch in diesem Jahr wieder gesungen. Ja, es bleibt wichtig, sich zu erinnern, dass wir nicht alles in der Hand haben, aber es geht vieles durch unsere Hände. Dank der Landwirtschaft in unserem Land wird auch unser Tisch gedeckt. Die Landwirte schultern eine große Aufgabe und tragen dabei eine riesige Verantwortung für das Wohl der Gesellschaft, die Umwelt und auch ihr eigenes Auskommen. Dabei sind sie auch abhängig von unserer Bereitschaft, die erbrachte Leistung, die erarbeiteten Produkte wertzuschätzen – und das nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Bereitschaft, die Produkte nicht zu Dumpingpreisen zu erwerben. Aber auch der Einzelhandel ist gefragt. Wenn wir Wasser und Insekten schützen wollen und dafür geringere Erträge in Kauf nehmen müssen, so müssen wir alle das Mittragen; über höhere Preise für den Endverbraucher und geringere Gewinn-spannen im Einzelhandel oder staatliche Unterstützung. Wir können es uns schließlich nicht leisten, die landwirtschaftlichen Betriebe vor die Wand fahren zu lassen. Unabhängig von den persönlichen Schicksalen, die mit neuen Auflagen verbunden sind, braucht unsere Kulturlandschaft schließlich Pflege und wir sollten uns nicht auch noch im Bereich der Lebensmittelproduktion abhängig machen von ausländischer Produktion. Verantwortung miteinander tragen und Wege für die Zukunft suchen: Ich hoffe, dass der öffentliche Protest der Landwirte einen Dialog forciert, der schon lange überfällig scheint. So, dass musste noch heraus zum Jahresende. Ich wünsche Ihnen allen im warsten Sinne des Wortes besinnliche Stunden im Advent und immer wieder Lichter, die Dunkelheiten erhellen.

Herzlich Ihre Pastorin Bettina Sender